Sa., 25. Apr. | Theater K im TUCHWERK

DIE KAUFKINDER VON NIEMANDSLAND-MORESNET

Ein unglaubliches Geschäftsmodell: Verzweifelten Müttern und um ihren Ruf besorgten Vätern bot man den anonymen Verbleib der Neugeborenen in Neutral-Moresnet an. Über 100 Jahre existierte dieses Gebiet als neutrale Zone; ein Mikrokosmos mit Stoff für viele Geschichten.
Anmeldung abgeschlossen
DIE KAUFKINDER VON NIEMANDSLAND-MORESNET

ZEIT & ORT

25. Apr. 2020, 20:00
Theater K im TUCHWERK , Strüverweg 116, 52070 Aachen, Deutschland

Über diese Veranstaltung:

DIE KAUFKINDER VON NIEMANDSLAND-MORESNET 

Versuche des Erinnerns an fast Vergessenes 

Durch ein `Vergessen ́ entstand das staatsrechtliche Unikat „Neutral-Moresnet“: Bei der Neuordnung Europas nach den Napoleonischen Kriegen, wurden beim Wiener Kongress 1815 viele Grenzen neu gezogen, doch man vergaß bei der Aufteilung ein kleines Dreieck von gerade einmal 3,4 Quadratkilomentern. Ein ganzes Jahrhundert hielt es sich als Neutralgebiet zwischen Preußen und den Niederlanden (später Belgien), von den Nachbarstaaten wegen seiner großen Galmeivorkommen heiß begehrt. 

Niemand begehrte im Gegensatz dazu die vielen ungewollten Kinder jener Zeit, bis ein regelrechtes Geschäftsmodell verzweifelten Müttern und um ihren Ruf besorgten Vätern, den anonymen Verbleib der Neugeborenen in „Neverland-Moresnet“ zum Kauf anbot. Aus ganz Europa wurden Schwangere in den Mikrostaat gebracht. Sie gebaren, reisten ab und wollten vergessen. 

Immer mehr Ereignisse europäischer Geschichte müssen ohne lebende Zeitzeugen erinnert werden. Wie können wir ohne sie, die dabei waren, lebendige Erinnerung gestalten? Reicht die Lektüre und Diskussion von Berichten, Literatur und Dokumenten, um Geschehenes anschaulich und substanziell im gemeinsamen Gedächtnis zu erhalten? 

In „Die Kaufkinder von Neverland-Moresnet“ unternehmen 5 Schauspieler das Experiment sich an die Geschehnisse in Neutral-Moresnet zu erinnern. 

Die Aufgabe der „Erinnerns“ neu gestalten 

In einem multimedialen Tableau aus Schauspiel und einer filmisch-dokumentarischen Annäherung -gestaltet aus Zeitzeugenberichten, Orginaldokumenten und Recherchen der Schriftstellerin Nanny Lambrecht und ihrem Roman „Die Suchenden“- wird in die Geschichte dieses vergessenen Gebietes erzählt. Gleichzeitig stellt das Projekt Fragen nach Verhältnis und Wechselwirkung von Privatem und Politischem und schlägt den Bogen bis hin zur Bedeutung von Staat und Nationalität heute. 

„Das weitgehend unbekannte Kuriosum „Neutral-Moresnet“ im Herzen Europas und der unglaubliche Aspekt der ‚Kaufkinder‘ sind faszinierende Themen für die politische Bildung. Hier können wir lernen, was Grenzen wirklich bedeuten, wie willkürlich ihre Ziehung ist und wie einfallsreich Menschen dabei sind, diese zu überwinden. Die Inszenierung der ‚Kaufkinder‘ bringt wie in einem Brennglas diese Aspekte zum Leuchten.“ Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn. 

Konzeption, Script, Regie: Annette Schmidt 

Recherche, Co-Autor: Gerd Pasch 

Es spielen: Jochen Deuticke, Marvin Moers, Anton Schieffer, Annette Schmidt, Svenja Triesch 

Eintritt: 18,- € / 13,- € (ermäßigt)/ 6,50€ (AachenPass) 

Reservierung
Preis
Menge
Gesamtsumme
  • voll
    €18
    €18
    0
    €0
  • ermäßigt
    €13
    €13
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    €0
  • AachenPass
    €6.50
    €6.50
    0
    €0
Gesamtsumme€0

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